Zweckbestimmung von Wassertürmen
Wassertürme haben mit der Verbesserung der Wasserversorgung in Großstädten und mit der Errichtung von Eisenbahnlinien große Bedeutung erlangt. Über das im oberen Bereich des Turmes in einem Behälter gespeicherte Wasser, konnte ein Wasserdruck für ein Leitungsnetz aufgebaut werden. Dadurch war es möglich über ein größeres Leitungssystem auch mehrgeschossige Häuser zu versorgen. Die Funktion beruht auf dem physikalischen Prinzip, dass in verbundenen Rohrleitungen der Wasserstand gleich hoch ist. Maschinentechnisch war es möglich Wasser aufwärts zu pumpen aber nicht einen entsprechenden Druck für die Versorgung in langen Leitungsnetzen bzw. einer gewissen Höhe aufzubauen. Für Dampfloks war von Bedeutung, dass in kurzer Zeit eine große Wassermenge zur Verfügung gestellt werden musste. So gibt es Dampfloks mit bis zu 30 Kubikmeter Wasserbedarf. Durch Einführung leistungsfähiger Pumpen und ebenerdiger Druckspeicher ist heute eine wirtschaftlichere Lösung für die Wasserversorgung gefunden worden die keine Turmbauten mehr erforderlich macht.
In der Frühzeit des Wasserturmbaus stellten die Errichtung eine hohe bautechnische Leistung da. Innovative Ansätze wurden für wirtschaftliche Wasserturmlösungen gefunden. Als oft höchstes Bauwerk des Ortes wurden auch hohe architektonische Anforderungen gestellt . Von der Gestaltung her gibt es sehr verschiedene Wassertürme die sich nach den jeweiligen Erfordernissen richteten. Seit der Frühzeit der Erstellung von Wassertürmen spielte die Abdeckung (keine Verschmutzung) und der Schutz vor dem Einfrieren des Wassers eine Rolle.